Außer der konkreten Abbildung bietet die Fotografie eine Vielzahl an Möglichkeiten zu experimentieren und damit auch zu abstrahieren. Ich spiele mit diesen Möglichkeiten oder auch „Fehlern“ in der Fotografie.

Lange Belichtungszeiten ermöglichen, das zu tun, was das Wort Fotografie tatsächlich bedeutet:
Schreiben mit Licht.

Schärfe und Unschärfe sind Merkmale, die die Aussage eines Bildes bestimmen. Das Bedeutsame eines Bildes wird durch Schärfe hervorgehoben, sie lenkt die Aufmerksamkeit des Betrachters. Räumlichkeit, die drei Dimensionen erfordert, ist auf der Fläche nicht zu erzielen, wird aber durch Schärfe bzw. Unschärfe suggeriert. Fällt die Schärfe als gestaltendes Element weg, rückt die Fläche in den Vordergrund. Gibt es Schärfe und Unschärfe dort, wo man es nicht erwartet, nämlich auf der Fläche, entsteht Tiefe, wo ursprünglich keine ist. In beiden Situationen ist der Betrachter aufgefordert, seine übliche Sehgewohnheit und seine Erwartung an Fotografie zu hinterfragen.

Wenn ich ein Bild aus mehreren zusammen setze, wird die ursprüngliche Abbildung zum Bild dadurch, dass einzelne Abbildungen miteinander verschmelzen und ein neues Ganzes bilden. Die Gestaltung der Fläche hat Vorrang vor der Wiedergabe. Die Verknüpfung von etwas bereits Bestehendem führt weg vom wieder Erkennbaren und hin zum spielerischem Umgang mit Perspektive.